Die Kleidung der Menschen im alten EuropaDie Hauptkleidung der Steinzeitmenschen waren Tierfelle. Als Befestigungsmittel wurden Riemen und Knochennadeln verwendet. Die Kleidung selbst konnte natürlich nicht bis in unsere Zeit gerettet werden, aber Funde aus Gräbern und Behausungen lassen die Behauptung zu, dass die alten Europäer schon in dieser fernen Zeit mit dem Ankleiden von Fellen, Weben und Sticken vertraut waren.

In der Bronzezeit hatte sich die Kunst des Spinnens und Webens entwickelt. Das Färben von Stoffen erfolgte mit einfachen natürlichen Farbstoffen. Zur Veredelung wurden Stickerei, Borte und Weberei verwendet. Die Moore waren der letzte Zufluchtsort der Menschen von damals. Solche Bestattungen in Dänemark, den Niederlanden und Deutschland haben ein fast vollständiges Bild der Kleidung der sesshaften Völker erhalten. Kleidungsstücke aus Wolle und Lederteile sind in relativ gutem Zustand gefunden worden. Zu diesen Kleidungsstücken gehören große, halbrunde Umhänge, Tuniken mit Lederriemen und Gürteln sowie Röcke mit Ziergürteln. Viele sind im Nationalmuseum in Kopenhagen und im Schleswig-Holsteinischen Museum für Vor- und Frühgeschichte in Deutschland zu sehen.

Die Kleidung der nomadischen Völker unterschied sich von der der sesshaften Völker. Sie durchstreiften die Steppen, das alte Europa. Skythen, Kimmerier, Sarmaten legten weite Strecken zu Pferd zurück. Ihre Kleidung entsprach ihrer Lebensweise. Beide Geschlechter trugen ähnliche Kleidung, bestehend aus einer Wolltunika und weiten Hosen. Die Kleidung zeichnete sich durch Schichtung aus, um den Körper warm zu halten und gleichzeitig Raum für Bewegung zu lassen.

Diese Völker trugen auch Ledergürtel um die Taille und gefilzte und wollene Hüte, die den Kopf warm hielten. Die Skythen lebten bis 600 v. Chr. in der Region um das Schwarze Meer und zogen dann allmählich nach Westen, nach Rumänien, Ungarn und Deutschland. Ausgrabungen von Gräbern im Dnjepr-Tal in der Nähe von Simferopol auf dem Balkan haben sowohl tatsächliche Kleidung als auch reiche Basreliefs, Vasen, die die skythische Kleidung illustrieren, hervorgebracht.

Die Kleidung der Eisenzeit ist überwiegend keltisch geprägt. Die Funde der keltischen Kultur, die vor allem aus Schmuck und Gegenständen der Körperpflege bestehen, zeigen einen hohen Standard der keltischen Handwerkskunst, vor allem in Metall. Im 4. Jahrhundert v. Chr. verbreiteten die Kelten aus Mitteleuropa ihre Stile, Techniken und Produktionsmethoden nach Großbritannien, Irland und Spanien. Die Kleidung war tendenziell bunt, sogar mehrfarbig. Es sind Chitons, gegürtete Hosen. Bei kaltem Wetter kann ein Mantel übergeworfen werden.